Sol a Wi

April 27, 2016

„Sol a Wi“ steht für solidarische autonome Wirtschaftsgemeinschaft und stellt in einem resilienten System (Resilienz = Elastizität, Robustheit …) den wichtigsten Baustein da. Jede Wirtschaftsgemeinschaft ist zugleich eine Wertegemeinschaft und individuell. Die Vielfalt (Diversität) und die synergetische Wirkung in der Vielfalt ist ein weiterer wichtiger Aspekt resilienter Systeme. Im Fokus steht dabei in erster Linie eine neue Beziehungskultur zwischen den einzelnen Individuen, zwischen den Wertegemeinschaften aber auch zu den Produkten / Projekten und ihres Umfeldes zur Entfaltung zu bringen. Diese neuen Potentiale könnten enorm den Wirkungsgrad einer Volkswirtschaft erhöhen und zugleich eine starke Verbesserung des Gesamtlebensgefühls (GLG) des Einzelnen und der Gemeinschaft bewirken. Allein diese Zusammenhang lässt uns hoffen eine wirklich nachhaltige Entwicklung einzuleiten.

„Sol a Wi“ steht aber auch für Solidarische Landwirtschaft, die eine konkrete Form dieser Wertegemeinschaft ausdrückt. Wir wollen hier über die Solidarische Landwirtschaft (Solawi) im Raum Neckar – Alb / Stuttgart informieren und wie man sich daran beteiligen kann. Ein Formular wird dazu dienen, dass Sie sich als Interessierte / Förderer registrieren lassen können und somit aktuelle Informationen zu gemeinschaftsgetragener Ökonomie im Allgemeinen aber auch zur Solidarischen Landwirtschaft im Konkreten erhalten …

Wie ist es heute möglich, angesichts des globalen Super-Marktes, gesunde und frische Nahrungsmittel zu bekommen ohne sie selbst anbauen zu müssen? Wie kann eine bäuerliche, ökologische Landwirtschaft erhalten bleiben, die die Natur- und Kulturlandschaft pflegt? Eine Landwirtschaft die Kindern und Erwachsenen Erfahrungsräume ermöglicht, in denen das Leben und die Lebensfreude mit dem verbunden ist, was lebensnotwendig ist?

Gesunde, frische Nahrungsmittel sollten, wenn möglich, aus der Region und aus ökologischem Anbau stammen. Menschen, die in der Landwirtschaft arbeiten, haben meist nur die Wahl entweder die Natur oder sich selbst auszubeuten. Ihre Existenz hängt von Subventionen und den Markt- bzw. Weltmarktpreisen ab. Beides Faktoren, auf die sie keinen Einfluss haben und die sie häufig zwingen, über ihre persönliche Belastungsgrenze sowie die von Boden und Tieren zu gehen oder ganz aus der Landwirtschaft auszusteigen. Auch der ökologische Landbau ist von diesem Mechanismus nicht ausgenommen.

Wie kann eine verantwortungsvolle, lebensspendende Landwirtschaft aussehen, die gleichzeitig die Existenz der Menschen, die dort [leben und] arbeiten, sicherstellt?

Solidarische Landwirtschaft ist eine innovative Strategie für eine lebendige, verantwortungsvolle Landwirtschaft, die gleichzeitig die Existenz der Menschen, die dort arbeiten, sicherstellt und einen essenziellen Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung leistet.

Grundlegend ist, dass eine Gruppe die Abnahme der Erzeugnisse garantiert und die Ernte bzw. alles was notwendig ist, um diese zu erzeugen, vorfinanziert. Alle teilen sich die damit verbundene Verantwortung und die Ernte. In einer Solidarischen Landwirtschaft gewinnen alle Beteiligten von dieser Beziehung: die Mitglieder, die Bäuerin, der Bauer, der Hof (die Erde), und die umge­bende Region.

 

Die AnteilsnehmerInnen (ProsumentInnen) erhalten:

  • qualitativ hochwertige Nahrungsmittel
  • Transparenz: Wissen, wo und wie werden die Nahrungsmittel angebaut und zu welchen Kosten.
  • Regionale Nachhaltigkeit: Aufbau von ökonomischen Strukturen, welche eine lebendige lokale Landwirtschaft stärken.
  • Erfahrungsräume und Bildung: die Möglichkeit sich Wissen über den Anbau und die Herstellung von Lebensmitteln und über die Pflege der Erde zu erwerben
  • Emotionale Bindung: Bewusstsein über die Beziehung zur Erde, dem Land und den Prozessen, die unser Leben möglich machen

Die LandwirtInnen erhalten:

  • Eine Gemeinschaft: Planungssicherheit und die Möglichkeit der Unterstützung
  • Ein gesichertes Einkommen: Möglichkeit eines planbaren Einkommens und sich daher einer gesunden Form der Landwirtschaft widmen können
  • Freude an der Arbeit: Zu wissen für wen die Lebensmittel bestimmt sind

Der Hof

  • ist geschützt vor Veränderungen des Marktes
  • ist geschützt vor schädlicher landwirtschaft­licher Praxis

Die Region

  • wird durch die Vielfalt in der Landwirtschaft ein Ort mit höherer Lebensqualität
  • wird gestärkt durch das Zusammenbringen von Menschen, die gesunde Bedenken über unsere Zukunft teilen
  • erfährt einen ökonomischen Wandel, da die Wertschöpfung verstärkt in der Region bleibt
  • (STRÄNZ, 2016)